Managerin im Portrait

Starker Antritt

2016 feiert KTM Fahrrad ein besonderes ­Jubiläum: ­Seit 20 Jahren wird es von Carol Urkauf-Chen geleitet. Sie hat das Unter­nehmen 1996 übernommen und saniert. ­Besonders stolz ist sie darauf, dass alle ­Fahrräder „Made in Austria“ sind.

 

Ein Umzug aus Taiwan nach Österreich geht kaum ohne Kulturschock. Auch die neue Sprache erschwert den Start. Carol Urkauf-Chen hat ihn trotzdem perfekt geschafft: „KTM Fahrrad ist neben meinen beiden Töchtern wie ein drittes Kind für mich geworden“, erzählt sie heute. Aus einem faktischen Konkurs hat sie das Unternehmen 1996 über­nommen und saniert – ohne staatliche Unterstützung, ohne Inanspruchnahme von Kurzarbeit. „Es macht uns stolz, dass wir unsere Fahrräder in Mattighofen selbst fertigen und das Qualitätssiegel ‚Made in Austria‘ verwenden dürfen.“ Von dort aus wird in die ganze Welt exportiert, unterstützt wird die KTM-Fahrrad-Chefin dabei von der Raiffeisenlandesbank OÖ mit Produkten zur Absicherung von Währungsrisiken und in der Betriebsmittelfinanzierung.
 

LEBENSLANGES LERNEN

Selbst hat Frau Urkauf-Chen wenig Zeit, in die Pedale zu treten. Gut, dass KTM auch E-Bikes herstellt: „Damit komme ich an Plät­ze, die zu Fuß zu weit, mit dem klassischen Fahrrad zu beschwer­lich und mit dem Auto verboten sind.“ Dass Hightech-Bikes eine exklusive Männerdomäne wären, bestreitet die Unternehmerin. Sie selbst arbeitet mit  viel Spaß an der Entwicklung mit: „Speziell die Entwicklung des Rahmens fasziniert mich. Ich bringe mich aber auch aktiv bei der Gestaltung von Design und Dekor ein.“ Dabei sei es wichtig, täglich zu lernen – eine Einstellung, die der Taiwanesin in Österreich geholfen hat. „Ich lebe mit der Einstellung, dass jede Auf­gabe wichtig ist, egal ob groß oder klein. Wichtig finde ich lebenslanges Lernen, bodenständig zu bleiben und sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.“ Ihren Mitarbeitern klare Ziele zu setzen, aber auch einen effizienten Weg dorthin zu zeigen, hält sie für ganz wesentlich für Frauen in ihrer Position: „Für mich ist es aber auch sehr wichtig, dass man tolerant bleibt und die Fehler der Mitarbeiter akzeptiert, diese gemeinsam korrigiert und ihnen dann eine neue Chance gibt.“

 

URKAUF-CHEN: „ICH LEBE MIT DER EINSTELLUNG, DASS JEDE AUFGABE WICHTIG IST, EGAL OB GROSS ODER KLEIN.“

DAS UNTERNEHMEN

Seit der Gründung im Jahr 1964 hat KTM Fahrrad mehr als vier Millionen Fahrräder hergestellt. Seit Carol Urkauf-Chen das Unternehmen übernommen hat, stieg der Umsatz von 20 Millionen Euro im Jahr 1996 auf aktuell ca. 150 Millionen Euro. KTM Fahrrad startete in Österreich, Deutschland und der Schweiz, 1999 folgte der Marktstart in Italien. 2010 wurde die Tochter KTM Bikes Asia gegründet, heute exportiert KTM Fahrrad in 50 Länder weltweit.
 


 

MANAGERIN IM PORTRAIT 

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