Vom "Lohnsackerl" zum Mobile Banking

Die Evolution der Bankgeschäfte

Manch einer wird sich sogar noch daran erinnern können: Bis vor rund 60 Jahren wurde das Gehalt nicht monatlich auf ein Konto überwiesen, sondern wöchentlich in bar ausgezahlt. Heute gehört ein Konto wie auch der Umgang mit Online- und Mobile-Bezahlsystemen zum Alltag. Wie in vielen anderen Lebensbereichen hat die digitale Revolution die Möglichkeiten und damit auch unser Verhalten, wie wir Bankgeschäfte abwickeln, revolutioniert. Aber die Evolution vom „Lohnsackerl“ zum mobilen Überweisen und Bezahlen mit App oder Wallet dauerte nicht nur sechs Jahrzehnte, sondern war auch von vielen Zwischenschritten gekennzeichnet.

 

Bis weit in die 1950er Jahre war für den Großteil der Bevölkerung in Österreich der Umgang mit dem Zahlungsmittel Geld weitgehend abgekoppelt von Kreditinstituten. So wurde der Lohn direkt vom Unternehmen wöchentlich bar ausgezahlt. Regelmäßige Zahlungen, die heute automatisch und ganz selbstverständlich vom Konto abgebucht werden, erfolgten ebenfalls in Bargeld. Ab Anfang der 1960er Jahre veränderten immer mehr Arbeitgeber ihr Zahlungsverhalten und zahlten die Löhne nicht mehr in bar aus, sondern wollten diese überweisen – einfach um Kosten zu sparen. Durch diese Entwicklung eröffneten immer mehr Arbeiter und Angestellte ein Konto bei einer Bank.

 

Die ersten Bankomaten.

Der erste Geldautomat wurde von der Barclays Bank im Jahr 1967 in London aufgestellt. Weil immer mehr Girokonten eröffnet wurden und die Menschen zur Bargeldbehebung nicht an Banköffnungszeiten gebunden sein wollten, fand das Konzept eines Geld-Ausgabe-Automaten rasch großen Anklang. In Deutschland wurde der erste Bankomat 1968 in Tübingen aufgestellt. Auch bei diesen ersten Modellen war das System denkbar kompliziert. Neben einem gelochten Plastikausweis waren Auszahlungsbelege in Form von Lochkarten nötig, um an das Geld zu kommen. Am 8. September 1980 wurde der erste Bankomat in Wien in Betrieb genommen. Dann ging es relativ rasant: Gleich innerhalb des ersten Jahres wurden 35 Geräte aufgestellt. Nach einem Jahr hatte sich die Anzahl österreichweit bereits verdreifacht. Massenkompatibel wurde der Bankomat aber erst mit der Einführung der mit einem Magnetstreifen kodierten Plastikkarte und dem Umstieg auf ein einheitliches Bankomatensystem. Erst in den 1990er Jahren setzt sich die Geldbehebung am Bankomaten in der breiten Masse durch. Österreich hat heute mit rund 7.600 Geräten eines der dichtesten Bankomatnetze Europas. Zum Vergleich: Obwohl Deutschland rund zehn Mal mehr Einwohner hat, wird die Anzahl der Bankomaten mit rund 56.000 beziffert.

 

 

Zahlen mit Kreditkarte.

In den USA war Bezahlen mit Kreditkarte bereits sehr viel früher möglich als in Österreich. Die Firma Diners Club wurde 1949 gegründet. Das Zahlungsmittel Kreditkarte wurde sehr gut angenommen – im Jahr 1951 hatte Diners Club bereits rund 42.000 Kunden. 1964 bekam Europa seine Kreditkarte – die Eurocard, die anfangs allerdings nur in Schweden erhältlich war. 1966 wurde in den USA die Interbank Card Association gegründet, aus der schließlich MasterCard International hervorging. Zwei Jahre später schlossen sich Eurocard und MasterCard zusammen, um das Kreditkartengeschäft zu globalisieren.
 

 

Eurocheque und EC-Karte: Vorgänger der Maestro-Karten.  

Eurocheques wurden zusammen mit den EC-Karten im Jahr 1971 eingeführt. Erste elektronische Zahlungen im Handel wurden mit der EC-Karte und PIN ab 1990 im Rahmen des „Electronic Cash-Verfahrens“ möglich. Im Jahr 2001 wurde damit begonnen, EC-Karten nach Ablauf automatisch durch Maestro-Karten zu ersetzen.

Anfänge des Electronic Banking.

Mit der Verbreitung von Personal Computer und in weiterer Folge des Internets schlug die Stunde des elektronischen Zahlungsverkehrs: Electronic Banking (ELBA) wurde geboren. Raiffeisen gilt in Österreich als Vorreiter bei der Entwicklung von ELBA. Bereits im Jahr 1988 erhielten Firmenkunden von Raiffeisen OÖ die Möglichkeit, ihre Bankgeschäfte über ELBA zu erledigen. Neun Jahre später konnten auch Privatkunden von Raiffeisen OÖ über Raiffeisen ELBA-internet online und bequem von zu Hause aus Überweisungen und dergleichen durchführen.

 

Bankgeschichtliches im Überblick

 

  • Das erste Sparbuch Zentraleuropas wurde am 4. Oktober 1819 ausgegeben.

 

  • Bis in die 1950er Jahre wurde der Lohn in Österreich weitestgehend wöchentlich in bar ausgezahlt. Ab Anfang der 1960er Jahre wurden immer mehr Konten eröffnet.

 

  • Der weltweit erste Bankomat wurde 1967 von der Barclays Bank in London aufgestellt. Deutschland folgte 1968. In Österreich wurde im Jahr 1980 der erste Bankomat in Betrieb genommen.

 

  • Die Kreditkarte wurde von der Firma Diners Club in den USA im Jahr 1949 entwickelt. 1967 wurde mit der Eurocard die Kreditkarte auch in Europa eingeführt.

 

  • Die EC-Karte gibt es seit dem Jahr 1971. Erste elektronische Zahlungen im Handel wurden mit der EC-Karte und PIN ab 1990 möglich. Ab dem Jahr 2001 lösten die Maestro-Cards die EC-Karten ab.

 

  • Die Markteinführung der elektronischen Geldbörse, kurz „Quickchip“, erfolgte 1996.

 

  • Raiffeisen als Vorreiter: Bereits im Jahr 1988 erhielten Firmenkunden von Raiffeisen OÖ die Möglichkeit, ihre Bankgeschäfte über ELBA zu erledigen. Neun Jahre später konnten auch Privatkunden online Überweisungen durchführen.

 

  • Bei Raiffeisen OÖ ist die ELBA-App, die im Jahr 2013 eingeführt wurde, die speziell auf Smartphones zugeschnittene innovative Mobile-Banking-Lösung.

 

  • Seit 2013 kann mit der Raiffeisen Bankomat- bzw. Kreditkarten auch kontaktlos bezahlt werden, seit 2015 auch mit dem Smartphone.
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