Schadstoffarm bauen & wohnen. Worauf sollen Sie achten?

Schadstoffarm bauen und wohnen 

Möbel und Baumaterialien enthalten oft Stoffe, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner beeinträchtigen können. Worauf sollten Sie achten?


Wir halten uns immerhin mehr als 90 Prozent der Zeit in Gebäuden auf. Daher ist es sinnvoll,  zumindest in den eigenen vier Wänden für eine möglichst schadstoffarme Umgebung zu sorgen. Achten Sie darauf, schadstoffarme Materialien zu wählen und möglichst wenige Emissionen zu verursachen.

Schadstoffe können über mehrere Wochen bis Monate ausgasen. Auch wenn man sie nicht mehr riechen kann, bedeutet das nicht, dass sie keine Belastung mehr darstellen. So entweicht z. B. Formaldehyd aus Klebern und Bindemitteln über lange Zeiträume kontinuierlich in die Raumluft. Glykole, die als Ersatzstoff für konventionelle Lösemittel in Wasserlacken und Klebern verwendet werden, können die Raumluft über Jahre hinweg belasten. 

Möbel, Bodenbeläge, Tapeten, Farben, Lacke, Kleber und Holzwerkstoffe können gesundheitsbelastende Stoffe abgeben und zu verschiedenen Beschwerden führen. Schadstoffe in der Innenraumluft können Reizungen von Schleimhäuten, Haut und Augen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Übelkeit hervorrufen bzw. allergische Reaktionen und Atemwegserkrankungen begünstigen.
 

Was bedeutet schadstoffarm bauen?

Wer ein Haus bauen oder auch eine Wohnung sanieren will, steht vor der Wahl der richtigen Materialien. In vielen Baumaterialien finden sich allerdings Schadstoffe wie Formaldehyd, Chlorverbindungen und andere toxische Stoffe. 

Dass heutzutage Gebäude luftdicht gebaut werden, hat nicht nur den positiven Effekt, dass weniger Energie und Wärme aus den Innenräumen entweichen, sondern bringt auch mit sich, dass Schadstoffe ebenfalls länger in der Luft bleiben. Mit dem richtigen Lüftungskonzept und schadstoffarmen Baustoffen kann man für ein gesundes Raumklima sorgen und gleichzeitig die Energieeffizienz erhalten.

Den Materialien, die in den Innenräumen verwendet werden, sollte besondere Beachtung geschenkt werden. Baustoffe, Bodenbeläge, Tapeten, Möbel, Reinigungs- und Pflegemittel können eine Vielzahl an gesundheitsgefährdenden Substanzen beinhalten und freisetzen. So enthalten Farben, Lacke und Kleber oft gesundheits- und umweltschädliche Lösemittel, Weichmacher oder Biozide. Diese problematischen Stoffe, die über längere Zeit unbemerkt an die Raumluft abgegeben werden, können die Gesundheit der Bewohner negativ beeinträchtigen. 

Greifen Sie auf Alternativen wie lösemittelfreie Öle und Wachse bzw. wässrige Lösemittel zurück. Doch Vorsicht: "Lösemittelfrei" bzw. "ökologisch" bedeutet nicht zwangsläufig auch schadstoffarm. So können zugesetzte organische Flüssigkeiten, die nicht zu den Lösemitteln zählen, ebenso die Raumluft belasten. Und auch natürliche organische Lösemittel können mitunter Haut und Schleimhäute reizen und allergische Reaktionen auslösen.

Beim Verarbeiten von Lacken und Lasuren sollte jedenfalls ausreichend gelüftet werden. Sind Sie sich über die Inhaltsstoffe eines Produkts unsicher, fragen Sie beim Hersteller nach.
 

Häufig vorkommende Schadstoffe
 

  • Kohlenwasserstoffe, Aldehyde, Alkohole, Glykole, Ketone, Terpene: Diese Verbindungen stammen zum großen Teil aus Lösemitteln, die u. a. in Klebern, Lacken und Farben enthalten sind. Nach dem Auftragen trocknen die Oberflächen und die Lösemittel entweichen rasch in die Luft. Möbel können Kleber und Lacke enthalten, aus denen flüchtige Verbindungen freigesetzt werden.
     
  • Acrylate als Bindemittel in wasserverdünnbaren Lacken und Farben
     
  • Biozide gegen Pize und Insekten in Holzschutzmitteln, Wollteppichen, Textilien
     
  • Weichmacher in Kunststoffen
     
  • Flammschutzmittel in Polstermöbeln und Teppichen 
     
  • Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Chrom, Nickel und Quecksilber in Holzschutzmitteln und in der Lederverarbeitung
     
  • Isocyanate in Klebstoffen, Lacken und Spanplatten 
     
  • Halogenorganische Verbindungen: sind zu überwiegendem Teil verboten, kommen jedoch in abgewandelter Form in Lösungs- und Konservierungsmitteln vor

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