Portrait von Christine Windsteiger

Frauen, die bewegen

Dr. Christine Windsteiger - Vizerektorin an der Kunstuniversität Linz

Die Kombination aus Berufstätigkeit und Muttersein hat mich am meisten geprägt

 

Als Vizerektorin an der Kunstuniversität Linz ist Dr. Christine Windsteiger seit mehr als zwei Jahren unter anderem für die studentische Lehre zuständig. Im Interview erzählt die dreifache Mutter, wie sie den Bogen zwischen Familie und Karriere gespannt hat und wie Kreativität nicht nur ihr Berufsleben, sondern auch Privatleben beeinflusst.

Kreativität ist eine Eigenschaft, die Studierende Ihrer Universität unbedingt mitbringen sollten. Sie selbst sind Juristin. Wie viel Kreativität steckt in Ihrem Beruf?

Ich glaube, dass jeder Beruf heutzutage Kreativität verlangt. Kreativität ist wesentlich, um erfolgreich zu sein und hilft beim Lösen von Problemen.  

 

Worin bestehen für Sie die größten beruflichen Herausforderungen?

Mit begrenztem Budget für Studierende qualitätsvolle Lehre in ausreichendem Ausmaß zur Verfügung stellen und die internationalen Verbindungen der Lehrenden für die Studierenden nutzbar zu machen. Denn internationale und nationale Netzwerke sind das Rüstzeug, das die Studierenden später als Künstler oder Architekten unbedingt brauchen.

Frauen die Bewegen

Frauen sind in ihren Zielen und Bedürfnissen so vielseitig wie das Leben, das sie in ihren unterschiedlichen Rollen als Hausfrau, Unternehmerin, Erwerbstätige, alleinerziehende Mutter oder Pensionistin führen. Raiffeisen Oberösterreich holt im Rahmen von Interviews interessante Frauen und ihre individuellen Lebenserfahrungen vor den Vorhang. 

Portraits von verschiedenen Frauen

Ihre Laufbahn an der Kunstuni haben Sie ja bereits 1988 als Rektoratsdirektorin gestartet. Musste man sich damals als Frau besonders durchsetzen?

Ich hatte nie das Gefühl, dass ich es schwerer hatte als die gleichqualifizierten Männer. Damals war die Zeit schon reif für Frauen, die ihre Chance ergreifen wollten. Mittlerweile hat sich an den Universitäten viel getan hat. 1988 gab es an der Kunstuniversität keine einzige Professorin. Heute liegt dort die Frauenquote bei 40 Prozent.

 

Was war für Ihren Erfolg ausschlaggebend?

Mich hat vor allem die Kombination aus Berufstätigkeit und Muttersein geprägt. Ich habe drei mittlerweile erwachsene Kinder und war immer berufstätig bzw. höchstens ein halbes Jahr nach der Geburt der Kinder zu Hause. Pünktlichkeit, Präzision und ein strukturierter Tagesablauf waren daher immer notwendig. Und auch jetzt ist es noch von Vorteil für mich, dass ich sehr gut organisiert bin.

 

Wie haben Sie die Kinderbetreuung organisiert?

Ich hatte das Glück, einen sehr verständnisvollen Ehemann sowie Eltern und Schwiegereltern zu haben, die gesehen haben, dass ich für ein erfülltes Leben Beruf und Kinder brauche. Und ich habe natürlich Kinderbetreuung wie Tagesmutter und Hort beansprucht. Ich wollte meine Kinder gut untergebracht zu wissen, weil man als berufstätige Mutter ja ohnehin immer ein schlechtes Gewissen hat.

 

Welche beruflichen Ziele haben Sie sich gesteckt?

Ich möchte unbedingt, dass es die Kunstuniversität doch schafft, in beide Brückenkopfgebäude am Linzer Hauptplatz einzuziehen. Das würde die Kooperation zwischen den Studienrichtungen erleichtern und das Stadtbild beleben.

 

Wann und wo erledigen Sie ob Ihres zeitaufwändigen Berufs Ihre Bankgeschäfte?

Ich mache seit einigen Jahren meine Bankgeschäfte online - auch für meine Mutter habe ich das übernommen. Aber natürlich gibt es Angelegenheiten, wo ich die Kompetenz meines Bankberaters nutze und schätze.

 

Die Studienrichtungen der Kunstuniversität sind vielfältig. Wofür interessieren Sie sich privat besonders?

Ich schätze die Kunst der jungen Künstler sehr und kaufe sie auch selbst für mich. Mein Haus wurde von einem Architekten, der hier studiert hat, geplant. Und auch meine Büromöbel wurden von einem Absolventen der Kunstuniversität entworfen.

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