Ein Portrait von Monika Leidinger

Frauen, die bewegen

Monika Leidinger - Feuerwehrkommandantin FF Taufkirchen

Wer der Feuerwehr beitritt, ist bereit, für Mitmenschen da zu sein

 

Monika Leidinger ist die einzige Frau an der Spitze einer oberösterreichischen Feuerwehr. Die vierfache Mutter befehligt 79 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen an der Trattnach. Ob man sich als Frau in einer Männerdomäne durchsetzen muss und wie wichtig Kameradschaft, Zusammenhalt und die Unterstützung von externen Partnern sind, erzählt Monika Leidinger im Interview.

 

Sie sind die erste und bislang einzige Feuerwehrkommandantin im Bundesland. Wie kam es dazu?

Ich bin bereits seit rund zehn Jahren aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen an der Trattnach. Zunächst war ich Jugendbetreuerin und 2008 wurde ich zur Stellvertreterin des Kommandanten gewählt. Dieser hatte jedoch nur drei Wochen nach der Wahl einen Unfall und konnte seine Tätigkeit nicht mehr ausüben. Also musste ich einspringen. Bei den Neuwahlen im Jahr 2009 wurde ich schließlich zur Kommandantin gewählt.

 

Sie stehen 79 Kameraden vor – zehn davon sind weiblich. Muss man sich als Frau gegenüber den Männern stärker durchsetzen?

In meinem Fall nicht. Ich hatte bisher nie ein Problem damit, von den Kameraden akzeptiert zu werden. Bei der Feuerwehr macht jeder seine Arbeit. Sehr wohl greifen die Männer bei körperlich anstrengender Arbeit zu und unterstützen die Frauen. Eine Frau, die der Feuerwehr beitritt, bringt die Bereitschaft mit, für den Mitmenschen da zu sein. Und bei den Männern ist das genauso.

Frauen die Bewegen

Frauen sind in ihren Zielen und Bedürfnissen so vielseitig wie das Leben, das sie in ihren unterschiedlichen Rollen als Hausfrau, Unternehmerin, Erwerbstätige, alleinerziehende Mutter oder Pensionistin führen. Raiffeisen Oberösterreich holt im Rahmen von Interviews interessante Frauen und ihre individuellen Lebenserfahrungen vor den Vorhang. 

Portraits von verschiedenen Frauen

Was gefällt Ihnen am besten bei der Feuerwehr?

Die Leute freuen sich, wenn man an den Einsatzort kommt und Hilfe leistet. Das ist das Schönste an meiner Tätigkeit.

 

Kameradschaft wird bei der Feuerwehr groß geschrieben. Wie wichtig aber ist die Unterstützung von externen Partnern?

Natürlich ist es eine tolle Sache, wenn man externe Sponsoren wie z. B. die Raiffeisenbank findet. Die Sponsormittel können wir wieder in neue Ausrüstung investieren und davon profitiert dann auch die Allgemeinheit.

 

Privat und als Unternehmerin sind Sie Kundin und darüber hinaus auch Funktionärin bei Raiffeisen Oberösterreich. Warum bei dieser Bank?

Ich bin schon seit meiner Kindheit Kundin bei Raiffeisen OÖ und habe diese Bank immer als kompetenten Partner erlebt. Gerade im ländlichen Raum ist Raiffeisen flächendeckend vertreten und daher auch in unserer Region ein wichtiger Nahversorger.

 

Sie führen mit Ihrem Mann eine LKW-Werkstatt. Bei einem Notfall müssen Sie als Kommandantin schnell zur Stelle sein. Wie lässt sich das vereinbaren?

Grundsätzlich gut, weil mein Mann Verständnis für die Feuerwehr hat. Dazu kommt noch, dass ich bei einer Alarmierung nicht als einzige die Firma verlasse. Denn auch meine zwei Söhne und meine Tochter, die ebenfalls im Unternehmen arbeiten, sind aktiv bei der Feuerwehr und müssen im Ernstfall ausrücken.

 

Was ist herausfordernder: 79 Kameraden vorzustehen oder vier Kinder großzuziehen?

Das ist schwer zu sagen. Man schlägt sich einfach durch. Sicherlich gibt es dort und da mal ein Problem, aber das bekommt man schon wieder hin.

 

Welche anderen Interessen haben Sie noch?

Recht viel Zeit bleibt nicht mehr übrig, aber ich handarbeite gerne, verziere Kerzen und gehe gerne Bergwandern.

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