Berufsunfähigkeit

Ein leider oft unterschätztes Risiko

Berufsunfähigkeit

Ein leider oft unterschätztes Risiko

Berufsunfähigkeit

Ein leider oft unterschätztes Risiko

Berufsunfähigkeit – ein leider oft unterschätztes Risiko

Beruf und Einkommen bilden die finanzielle Basis für den eigenen Lebensstandard. Was passiert, wenn die berufliche Tätigkeit durch Krankheit oder Körperverletzung nicht mehr ausgeübt werden kann und dadurch das Einkommen ganz oder teilweise wegfällt?

Die gewohnten Fixkosten sind weiterhin zu zahlen. Eine gesetzliche Berufsunfähigkeitspension gibt es nur unter bestimmten - durch eine Gesetzesänderung per 1. Jänner 2014 erschwerten - Voraussetzungen. Die gesetzliche Berufsunfähigkeitspension ist niedriger als Ihr gewohntes Aktiveinkommen.

Die österreichischen Sozialversicherungsträger haben 2015 insgesamt 48.202 Anträge auf Pensionsleistung wegen geminderter Arbeitsfähigkeit bzw. Erwerbsfähigkeit bearbeitet. Nur in 15.398 Fällen wurde die beantragte Pension zuerkannt.

Quelle: Hauptverband der Sozialversicherungsträger

 

Berufsunfähigkeit kann jeden treffen

Statistisch gesehen ist jeder Fünfte von Berufsunfähigkeit bedroht. Derzeit sind ca. 470.000 Österreicher auf Grund von Berufsunfähigkeit in Pension und ca. jeder zweite Neuzugang ist jünger als 55 Jahre. Speziell durch die vermehrten psychischen Erkrankungen, zB. Burnout, sind die von Berufsunfähigkeit Betroffenen immer jünger.

Trotz dieser beunruhigenden Statistikdaten hat sich der Großteil der Bevölkerung mit dem Thema Berufsunfähigkeit noch kaum beschäftigt. Dass zusätzlich zu den gewohnten Lebenserhaltungskosten auch erhöhte Aufwendungen für medizinische Versorgung und Betreuung anfallen werden, wird nach wie vor ignoriert. Auch die Tatsache, dass für diese vermehrten Aufwendungen weniger Einkommen zur Verfügung stehen wird, ist nur einem geringen Teil der Bevölkerung bewusst. Viele hoffen einfach auf die Unterstützung durch den Partner oder andere Familienmitglieder.

Diese Haltung spiegelt sich auch in einer Befragung des Linzer Meinungs- und Marktforschungsinstituts market wieder. Nur ca. 24 Prozent der Befragten haben einen finanziellen Puffer für den Fall einer längerfristigen Erwerbsunfähigkeit angelegt.
 

Hauptursache für Berufsunfähigkeit


Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der bisherige Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu mehr als 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Die Ursachen für Berufsunfähigkeit sind vielfältig. Hauptursache sind mit ca. 34 Prozent Erkrankungen des Bewegungsapparates. Annähernd gleich hoch ist mittlerweile die Zahl der psychischen Erkrankungen.


Gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung

Um eine gesetzliche Berufsunfähigkeits-, Invaliditäts- oder Erwerbsunfähigkeitspension zu erhalten, muss durch ein ärztliches Gutachten die Leistungsunfähigkeit im Beruf festgestellt werden.

Voraussetzung: Erfüllung der Mindestversicherungszeit.

Wenn angenommen wird, dass eine berufliche Tätigkeit auf Dauer nicht mehr ausgeübt werden kann, wird eine unbefristete Rente gewährt.

Bei einer zeitlich befristeten geminderten Arbeitsfähigkeit gibt es folgende Leistungen:

  • Für ab dem 1. Jänner 1964 geborene ASVG-Versicherte werden Rehabilitationsmaßnahmen gewährt.
    => Rehabilitationsgeld, Umschulungsgeld oder medizinische Rehablitation
  • Vor dem 1. Jänner 1964 Geborene erhalten eine Rentenzahlung auf maximal zwei Jahre, sofern eine berufliche Rehabilitation nicht zweckmäßig und zumutbar ist. Besteht nach Ablauf dieser Zeit weiterhin Berufsunfähigkeit, Invalidität oder Erwerbsunfähigkeit, kann die Pension weiterhin zuerkannt werden.

 


Achtung Berufseinsteiger

Bei einem Berufseinstieg ab dem 22. Geburtstag kann es sein, dass bei einer Berufsunfähigkeit ab 27 kein Versicherungsschutz aus der gesetzlichen Berufsunfähigkeit gegeben ist, da noch keine 60 Versicherungsmonate bestehen (Mindestversicherungszeit). Das bedeutet, keine Leistung aus der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung.

Beispiele:

Knapp vor der Matura verunglückt eine 18-jährige Schülerin bei einem Verkehrsunfall. Die Verletzungen sind so gravierend, dass sie ihre Ausbildung nicht beenden kann. Durch zweimal Praktikum im Sommer hat sie insgesamt 4 Versicherungsmonate erworben. Sie hat keinen Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsleistung, da sie die Mindestversicherungszeit von 6 Monaten nicht erfüllt.

Eine 28-jährige Jungakademikerin, die seit zwei Jahren berufstätig ist, wird im Normalfall ebenfalls noch zu wenige Versicherungsmonate angesammelt haben. Erforderlich wären 60 Versicherungsmonate in den letzten 120 Kalendermonaten.

Mindestversicherungszeiten (Wartezeiten) für eine gesetzliche Berufsunfähigkeitspension

Die erforderlichen Mindestversicherungszeiten sind abhängig davon, wie alt Sie sind, wenn Sie berufsunfähig werden.

Bis zum vollendeten 27. Lebensjahr benötigen Sie mindestens 6 Versicherungsmonate. Zwischen 27. und 50. Lebensjahr sind mindestens 60 Versicherungsmonate in den letzten 120 Kalendermonaten erforderlich.

Ab dem 50. Lebensjahr brauchen Sie 60 Versicherungsmonate plus 1 Versicherungsmonat pro Lebensmonat bis zur Höchstgrenze von 15 Versicherungsjahren.

 

Private Berufsunfähigkeits-versicherung


Durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung steht im Falle einer Berufsunfähigkeit monatlich eine vereinbarte Rente zur Verfügung. Damit können laufende Kosten oder auch eine berufliche Umorientierung leichter finanziert werden.
 

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