Grüner Daumen für's Depot

Nachhaltig Anlegen in 3 Schritten

Nachhaltig Anlegen in 3 Schritten

Den Standort abstecken, die passende Pflanze wählen, setzen, hegen und pflegen. So funktioniert Gartenbau und so kann auch nachhaltige Geldanlage funktionieren. Eine Anleitung in drei Schritten für alle, die ihr Geld so investieren möchten, dass es sich vermehrt UND dabei Gutes bewirkt.

„Grüner“ lautet die Antwort von Herr und Frau Österreicher auf die Frage, „wie man besser leben könnte“. Viele geben an, dass sie bereits versuchen nachhaltiger zu leben, indem sie Bio-Lebensmittel kaufen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren oder mittels „smart home“ Energie im Haushalt sparen. Jeder Dritte interessiert sich auch fürs Investieren nach ökologischen und sozialen Kriterien.

Eine Frage taucht letztlich immer wieder auf: Kann wirtschaftlicher Erfolg erzielt werden, wenn es in der Portfolioauswahl „grüne“ Einschränkungen gibt? Die gute Nachricht lautet: Ja! Mit dem richtigen Plan für eine nachhaltige Geldanlage lassen sich Ertrag und gutes Gewissen verbinden.
 

Schritt 1: Den Standort bestimmen

Wer in Nachhaltigkeitsprodukte investieren will, muss sich zuerst einmal die Frage stellen, wieviel Platz man dafür im Depot einräumen möchte. Und, ebenso wichtig:
Welcher Bereich soll mit dem Kapital unterstützt werden? Manche Anleger wollen ausschließlich in ökologische Projekte investieren – sprich in Unternehmen, die erneuerbare Energien oder etwa Elektroautos erzeugen. Andere wiederum möchten gerne soziale Arbeitgeber unterstützen.

Neben der Entscheidung, bestimmte Unternehmen zu fördern, gibt es auch den Ansatz, gewisse Branchen in der Veranlagung auszuschließen, zum Beispiel Gentechnik, Glücksspiel oder Atomkraft. Und beim „Best-in-Class“-Ansatz wird in Unternehmen investiert, die in ihrer Branche zu den Klassenbesten gehören. Das heißt, wenn es schon ein Ölförderunternehmen sein muss, dann soll es wenigstens das vorbildlichste Unternehmen seiner Branche sein.

Im Dickicht der grünen Geldanlage nützliche Gewächse von „Unkraut“ zu unterscheiden, ist nicht leicht. Zu häufig verschwanden einzelne Aktien von Solarfirmen, Biogasfabriken oder Windkraftanlagen schnell vom Radar. Daher spricht gerade in diesem Segment einiges für Fonds:
Mit einer Veranlagung in einem Fonds ist man nicht nur breit aufgestellt, die Portfolios werden außerdem von Profis gemanagt, die sich intensiv mit den Unternehmen auseinandersetzen.
 

Schritt 2: Die passende Pflanze finden

Nicht nur das Garteln erlebt in Österreich eine Blütephase, auch die Vielfalt an grünen Geldanlagen wächst und gedeiht von Jahr zu Jahr. Und bei Pflanzen und Fonds gibt es gleichermaßen Qualitätsunterschiede.

Fonds, die die Bezeichnung “grün“, „nachhaltig“ oder auf englisch „sustainable“ im Namen tragen, dehnen den Begriff oft recht weit aus. Wie streng die Auswahlkriterien für eine Aufnahme eines Unternehmens im Fonds sind, legt jede Kapitalanlagegesellschaft selbst fest. Anbieter, die langfristig erfolgreich sein wollen, legen sich und den Unternehmen aber strenge Regeln auf.

Dabei erhalten sie oft Unterstützung: Externe Rating-Agenturen wie „iss-oekom“ haben sich darauf spezialisiert, Fondsgesellschaften bei der Zusammensetzung ihrer Fonds zu beraten. Sie prüfen weltweit tausende Betriebe auf die Einhaltung von Öko- und Sozialstandards auf Herz und Nieren. So wie für Bio-Lebensmittel gibt es auch für Fonds Gütesiegel, die sicherstellen, dass die Produkte die ausgegebenen Kriterien erfüllen.

Als Beispiel kann man hier die mehrfach ausgezeichnete KEPLER-FONDS KAG heranziehen. Das Linzer Fondshaus setzt bereits seit dem Jahr 2000 auf nachhaltige Geldanlage. Auf der Homepage finden Anleger Infos zu den drei nachhaltigen Portfolios, zu den Ausschlusskriterien in den Fonds und allerhand Zahlen, Fakten und Performancewerte für den genaueren Vergleich.
 

Schritt 3: Auspflanzen, hegen und pflegen

Wer im alltäglichen Leben Wert auf Nachhaltigkeit legt, der möchte vermutlich sein Kapital auch sorgsamen Unternehmen zur Verfügung stellen. Manche Hobby- und Profigärtner richten sich bei der Auspflanzung nach dem monatlichen Rhythmus des Monds. Ganz so punktuell muss es beim Investieren in Fonds nicht sein, dennoch bieten gerade Marktphasen nach Kursrückgängen ein attraktives Einstiegsniveau mit Wachstumspotenzial.

Danach empfiehlt es sich, dem Pflänzchen Veranlagung einmal Zeit zum Wurzel schlagen zu lassen. Das Warten könnte bald belohnt werden, denn im Schnitt, das zeigen internationale Studien, wachsen Veranlagungen in breit aufgestellten Nachhaltigkeitsfonds um 1,5 Prozentpunkte schneller als „klassische“ Veranlagungen. Nachhaltige Unternehmen seien zudem im Wettbewerb besser aufgestellt, agieren weniger riskant und entwickeln sich häufig besser an der Börse. Zwischenzeitliche „Kontrollblicke“ auf Wachstum und Gedeih sind sowohl im Gartenbau als in der persönlichen Veranlagung empfehlenswert. Sogar bei der pflegeleichtesten Anlagemischung sind Marktschwankungen möglich und gelegentliche Anpassungen erforderlich. Ein jährlicher Depot-Check analysiert, ob die finanziellen Ziele noch stimmen, die Fondszusammensetzung noch mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmt oder ob zum Beispiel bei Ansparplänen die Ansparsumme aufgestockt werden könnte.

Bis zur Zeit der Ernte empfiehlt es sich, ein ruhiges Plätzchen zu suchen und die Beine hochzulagern. Und in der Zwischenzeit können nachhaltige Anleger zumindest ein Klischee auf den Kompost werfen: Jenes, dass Anleger für nachhaltige Geldanlage auf einen Teil ihrer Rendite verzichten müssen.

ANDREA KLAMMER

Tipps für nachhaltiges Gärtnern

Passend zur grünen Geldanlage haben wir mit einem Gärtner gesprochen. Welche Tipps hat er für den grünen und gesunden Garten?
 

  • Lassen Sie es blühen!
    Es ist in aller Munde: Das Bienen- und Insektensterben. Helfen Sie den kleinen Tieren und pflanzen Sie Blühendes – damit die Nützlinge idealerweise von Frühling bis Herbst Nahrung finden. Ein Blütenmeer erfreut nicht zuletzt auch Ihre Sinne.
     
  • Bevorzugen Sie heimische Pflanzen
    Hainbuche statt Kirschlorbeer: Greifen Sie auf Pflanzen zurück, die bei uns heimisch sind und Vögeln und Insekten wertvollen Schutz und Nahrung bieten.
     
  • Es geht auch ohne Chemie
    Verzichten Sie auf Umweltgifte wie Roundup und Co. Unkraut kann man auch ausstechen und sehr oft außerdem verspeisen: Haben Sie gewusst, dass Löwenzahn und Brennnessel die Grundlage für tolle, einfache Rezepte sein können?
     
  • Greifen Sie auch beim Dünger auf ökologische Hilfsmittel zurück
    Füttern Sie Ihren Boden am besten mit Biodünger, gerne auch selber hergestellt. Kunstdünger haben oft viele Nachteile.
     
  • Alte Sorten erhalten
    Kennen Sie die Arche Noah? Der Verein setzt sich für den Erhalt alter Sorten und Raritäten ein und hat sogar einen Online-Shop für die bequeme Bestellung. Eine tolle Adresse für Bio-Freunde und -Freundinnen.

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