Dr. Heinrich Schaller im Interview

„Friedrich Wilhelm Raiffeisen war Sozialreformer und Visionär“

RLB OÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller spricht im Interview anlässlich des 200. Geburtstags von Friedrich Wilhelm Raiffeisen über den nachhaltigen Erfolg der Genossenschaftsidee und deren aktuelle und zukünftige Rolle.

Wie zukunftsfähig ist die Raiffeisen-Idee?

Schaller: Die Prinzipien Solidarität, Subsidiarität und Regionalität sind heute aktueller und wichtiger denn je, gerade mit Blick auf eine zunehmend globalisierte und schnelllebige Welt. Die Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2007 hat eindeutig die Stärken unserer Genossenschaft vor Augen geführt. Die Art und Weise, wie die kleinen Einheiten und Regionalbanken die Unternehmen in dieser schwierigen Phase unterstützt haben, bestätigt unseren Weg – Nachhaltige Finanzierung von Unternehmen mit dem Ziel, langfristig Erfolg zu haben.

Wodurch zeichnet sich Raiffeisen in Oberösterreich besonders aus?

Schaller: Raiffeisen hat in Oberösterreich seit der Gründung der ersten Genossenschaften vieles bewegt, aufgebaut und ermöglicht. Wir sind besonders stark in den Gemeinden, Städten und Regionen verwurzelt und nehmen Verantwortung vor Ort wahr. Das große Vertrauen der Menschen können wir zurückgeben, indem wir seit jeher das Land mitgestalten und vorantreiben. Auch für den Bankensektor leistet Raiffeisen OÖ Pionierarbeit, aktuell bei der Implementierung und Entwicklung neuer Technologien und digitaler Möglichkeiten im Zahlungsverkehr.

Welche Themen und Herausforderungen unserer Zeit könnte man künftig genossenschaftlich organisieren?

Schaller: Gründungen gehen heute weit über den landwirtschaftlichen Sektor hinaus. In Oberösterreich gibt es zahlreiche Initiativen mit Vorbildwirkung, die für wichtige Themen unserer Zeit wie Energieversorgung oder Mobilität – Stichwort Carsharing – genossenschaftliche Lösungen gefunden haben. Auch für Einzelunternehmer oder junge Start-ups kann eine Genossenschaft ein vitales Netzwerk bieten, das Aufträge koordiniert und soziale Absicherung bietet.

Der ÖRV hat vor drei Jahren die Initiative „Bewusst: Raiffeisen.“ gestartet. Welches Thema sollte man besonders ,in der Öffentlichkeit bewusst machen?

Schaller: Mit dem Prinzip Regionalität ist ein hohes Maß an Unterstützung für die Region verbunden. Es bedeutet, sich im eigenen Umfeld umzublicken und Möglichkeiten zur Kooperation zu suchen. Als Regionalbank versuchen wir gute Ideen und Innovationen bestmöglich zu fördern, die Menschen dahinter zu unterstützen und sie als starker, verlässlicher Partner nicht nur finanziell, sondern auch mit unserem Know-how für ihre Vorhaben zu rüsten – egal ob Verein, junges IT-Start-up, mittelständisches Traditionsunternehmen oder international erfolgreicher Industriekonzern.

Was fasziniert Sie an der Person Friedrich Wilhelm Raiffeisen?

Schaller: Friedrich Wilhelm Raiffeisen war ein Sozialreformer und Visionär, der seiner Gemeinde als Bürgermeister mit Hilfe zur Selbsthilfe einen Weg aus einer schwierigen wirtschaftlichen Situation gezeigt hat. Er hat mit der Genossenschaftsidee ein Prinzip entwickelt, das auch mehr als 150 Jahre später noch Gültigkeit hat. Faszinierend ist, welche Kraft diese Idee hat und wie schnell sie sich auch weltweit verbreitet hat – bis nach Südamerika, Indien oder Japan.

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