Geschichte von Raiffeisen in OÖ - 200 Jahre Raiffeisen

Von der Sonntagskasse zur modernen Regionalbank

Solidarität uns Hilfe zur Selbsthilfe: Nach diesen Prinzipien lebte und wirkte Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Am 30. März jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal. Sein Lebenswerk ist heute weltweit ein Begriff, gilt er doch als einer der bedeutendsten Wirtschafts- und Sozialreformer seiner Zeit. Und als Name zählt Raiffeisen heute zu den bekanntesten Marken Österreichs.

 

Genossenschaft = Solidarität

Die Genossenschaftsbewegung nach Raiffeisen hat ihre Wurzeln im Gedanken der christlichen Solidarität: Was einer nicht schafft, das schaffen viele. Dahinter verbergen sich ein Mann und eine Idee, die die Welt verändert haben. Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) war Bürgermeister in von Hunger und Armut geprägten Gemeinden im deutschen Westerwald und täglich mit der Not der Bauern, Arbeiter und Handwerker konfrontiert. Er gewann die Überzeugung, dass nur Hilfe zur Selbsthilfe die Probleme der Menschen lösen kann, und gründete 1862 den ersten sogenannten Dahrlehenskassenverein. Damit eröffnete sich für viele erstmals die Möglichkeit, Geld für Investitionen oder die Überbrückung von Dürrejahren aufzunehmen. Nächste Schritte waren der gemeinsame Einkauf von Betriebsmitteln wie Saatgut sowie die gemeinsame Lagerung und der gemeinsame Verkauf von Agrarerzeugnissen. Der Grundstein für die heute weltumspannende Organisation der Raiffeisengenossenschaften war gelegt.

 

1889: erster Vorschusskassenverein in Oberösterreich

Genossenschaftsgründungen im Sinne Friedrich Wilhelm Raiffeisens erlebten noch zu seinen Lebzeiten vor allem in Deutschland einen gewaltigen Aufschwung. In Oberösterreich war es erst ein Jahr nach seinem Tod so weit: 1889 wurde in Weißkirchen an der Traun der „Vorschusskassenverein für die Gemeinden Weißkirchen und Eggendorf“ ins Leben gerufen. Die beiden Gründerväter, der damalige Obmann Pfarrer Ägid Haydvogel und Buch- und Kassenführer Franz Urbann hielten zunächst jeden Sonntag von 9 bis 11 Uhr Kassenstunden im Gasthaus Binder ab. Bis 1900, dem Gründungsjahr der Oberösterreichischen Genossenschafts-Zentralkasse und heutigen Raiffeisenlandesbank OÖ entstanden in Oberösterreich 190 Vorschusskassen mit rund 16.500 Mitgliedern. 1914 hatte bereits jede zweite Gemeinde eine Raiffeisenkasse.

 

1.500 Raiffeisen-Genossenschaften in Österreich

 

Heute wirtschaften über 900.000 Genossenschaften mit rund 800 Millionen Mitgliedern rund um die Welt nach Prinzipien von Friedrich Wilhelm Raiffeisens. Genossenschaften verstehen sich dabei nicht als Alternative zum Wirtschaftssystem unserer Zeit – wohl aber als eine Alternative innerhalb dieses Wirtschaftssystems: Sie stehen für Eigeninitiative in der Gemeinschaft, für demokratische Kultur, für Sicherheit und Stabilität. Heute gibt es in Österreich rund 1.500 Raiffeisen-Genossenschaften, davon 250 in Oberösterreich, von denen viele auf eine jahrzehntelange und oft sogar über 100-jährige Tradition zurückblicken.

Genossenschaftsidee – ein Wirtschaftsmodell mit starken Prinzipien

  • Kooperation mit Prinzipien
    Auch im 21. Jahrhunderts bewährt sich dieses Wirtschaftsmodell. Dessen Prinzipien Selbstverwaltung, Solidarität, Subsidiarität und Nachhaltigkeit sind aktueller denn je. Die Organisation folgt einer einfachen Linie: Einzelne Genossenschaftsmitglieder schließen sich zusammen und gründen ein gemeinschaftlich betriebenes Unternehmen. Man tritt gemeinsam am Markt auf, etwa um günstige Absatz- und Beschaffungskonditionen zu erlangen oder betriebliche Funktionen effizienter und qualitativ hochwertiger ausüben zu können.
     
  • Demokratische Rechtsform
    Sie werden von Personen geführt, die selbst Mitglied sind. Die grundsätzlichen Entscheidungen werden in der Generalversammlung getroffen. Hier hat jedes Mitglied unabhängig von seiner Kapitalbeteiligung nur eine Stimme. Dadurch ist die Genossenschaft vor der Dominanz einzelner Mehrheitseigner und damit auch vor Übernahmen geschützt.Genossenschaftlicher Verbund
     
  • Genossenschaftlicher Verbund
    Jede Genossenschaft gehört einem gesetzlichen Prüfungsverband an. Dieser Genossenschaftsverband nimmt in regelmäßigen Zeitabständen eine Jahresabschlussprüfung vor. Dabei werden nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse geprüft, sondern auch die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung. Der Prüfungsverband betreut darüber hinaus seine Mitgliedsgenossenschaften in betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen.

Mitinhaberschaft bei Raiffeisen

Mit einer Mitgliedschaft bei Raiffeisen sind Sie mehr als ein Kunde – Sie können die Zukunft Ihrer Raiffeisenbank gestalten und profitieren von der attraktiven Raiffeisen Vorteilswelt bei mehr als 300 Vorteilspartnern in ganz Oberösterreich.

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